Schon seit langem treibt sie sich in deutschen Gesichtern herum – die schwarze Brille. Wie ein gut angepasster Virus verwandelt sie dabei immer wieder ihre Gestalt: Bei ihrem ersten Auftreten war sie flach und rechteckig mit wuchtig breiten Bügeln. Dann zeigte sie sich als Nerd-Brille, immer noch mit dickem Rand, jetzt aber rund nach unten ausgebeult wie der Po einer geliebten alten Trainingshose. In letzter Zeit ist die schwarze Brille sehr kreativ geworden: Es gibt sie nun rund, rechteckig, groß, klein oder als Schmetterling. Zeit also, einmal die Frage zu stellen: Wem steht sie eigentlich, die schwarze Brille?

Auf die Augenbrauen kommt es an

Andrej Radonic, Vorstand www.intersales.de
Andrej Radonic, Vorstand www.intersales.de

Die flache gerade Variante ist ganz bestimmt ein Instrument des Trend-Teufels, das er ausgesandt hat, um zarte Blondinengesichter zu verwüsten. Was Farbe und Wuchtigkeit des Modells nicht zerstören können, das erledigt die oben gerade abgeschnittene Form: Sie zerlegt die Augenpartie in zwei Ebenen. Da geht nicht einmal die Gleichung „häßlich = klug aussehend“ auf. Frauen mit hellen Haaren und feminin geschwungene Augenbrauen sollten sich also vor diesem Modell hüten. Aber haben Sie vielleicht einen Mann, der ein bisschen kurzsichtig ist? Mit dunklen Haaren und geraden Augenbrauen? Dann kaufen Sie ihm so eine Brille! Für diese Typen ist sie nämlich gemacht. Bei ihnen sieht sie immer so gut aus wie auf der Nase von Andrej Radonic im Bild links.

Für jedes Gesicht die passende Form

Die Nerd-Brille funktioniert gut an schmalen Köpfen. Große rechteckige Formen sind günstig für runde, volle Gesichter. Und schwarze Schmetterlingsbrillen sind auf feminine Weise schick an … dunkelhaarigen Frauen! Da macht es „Klick“, oder?

Ljubica Kenk, Inhaberin www.vomfass-koeln.de
Ljubica Kenk, Inhaberin www.vomfass-koeln.de

Was wir uns direkt ins Antlitz setzen, sollte zu etwas passen, das schon von Natur aus dort wohnt. Die Haarfarbe ist – sofern sie echt ist – ein guter Ansatzpunkt. Schönes Beispiel: Ljubica Kenk und ihre Brille führen eine richtig gute Beziehung.

Alle Blondinen und Brünetten, die nach dieser Betrachtung jetzt eine neue Sehhilfe wollen, möchte ich ermutigen, durch die schwarze Brille hindurch zu schauen: Was sehen wir auf der anderen Seite? Neue Trends! Jetzt kommen verstärkt Rot, Apricot, Taupe und transparente Materialien. Alles, was transparent ist, ist leichter und bei zarten Gesichtern deshalb schöner. Das gilt sogar für Apricot: Als Bluse oft fatal, aber direkt im Gesicht – schmeichelhaft!

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

  • Make up, Teil II: Wer hat mehr Klasse?
  • Wie möchten Sie lieber aussehen? Wie Kim Kardashian oder wie Natalie Portman? Also ich wie Natalie Portman, und das hat nichts mit der Hüftpartie zu tun, sondern mit dem Make up.

    Fangen wir mal an mit Kim Kardashian, deren Schmink-Stil auch das Aussehen vieler anderer Celebrities, vor allem der B- und C-Klasse prägt. Was sind die …

  • Annalena-Style
  • Wenn ich Bilder von Annalena Baerbock sehe, dauert es immer einen kleinen Moment, bis der Groschen fällt. Bis ich wieder realisiere, dass ihr Kleidungsstil etwas Unerhörtes hat. Und zwar etwas unerhört Einfaches: Ihre Kleidung ist extrem klar und schlicht. Und damit ganz anders als alles, was Politikerinnen sonst so tragen. 

    Der herkömmliche Politikerinnen-Stil beinhaltet immer mehrere …

  • Clutch und Tratsch
  • Besitzen Sie eine Clutch? (Das sind diese kleinen Handtaschen, die wie Pralinendosen oder etwas größere Portemonnaies aussehen und bei denen der Henkel entweder Purismus oder einer Sparmaßnahme zum Opfer gefallen ist.) Sind Sie außerdem ein Kontrollfreak? Dann dürften Sie es schwer haben. Haben Sie schon mal überlegt, was mit so einer völlig losgelösten Tasche alles …

2 Kommentare zu “Durch die schwarze Brille

  1. Andrej sieht einfach von Natur aus gut aus…

  2. Ja, das tut er! Und die richtige Brille unterstreicht das.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.